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Wald ArtikelDieser Artikel beschäftigt sich mit dem Ökosystem Wald. Andere Bedeutungen unter Wald (Begriffsklärung)
Der Wald ist grundsätzlich ein Ökosystem, im Bäume das beherrschende Element darstellen.
Im engeren, wissenschaftlichen Sinne wird als Wald, in Abgrenzung zu dem von Menschen bewirtschaftetem und beeinflusstem Forst, jedoch ca. natürlicher Urwald genannt. Diese Unterscheidung ist in dem allgemeinen Sprachgebrauch allerdings wenig gebräuchlich.
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Als juristischer Begriff ist Wald auch gesetzlich definiert:
- in Deutschland in dem Bundeswaldgesetz , Weblink: BWaldG § 2 Wald (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bwaldg/__2.html)
- in Österreich in dem Forstgesetz, Weblink: Forstgesetz § 1a (http://www.ris.bka.gv.at/taweb-cgi/taweb?x=d&o=l&v=bnd&q=++++++++und+%2820040523%3E%3DIDAT+und+20040523%3C%3DADAT%29+und+%28forstgesetz%29&e=BND.205009.11&Markierte+Dokumente+anzeigen.x=54&Markierte+Dokumente+anzeigen.y=8)
- in der Schweiz in dem Waldgesetz, Weblink: WaG Art. 2 (http://www.admin.ch/ch/d/sr/921_0/a2.html)
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Geschichte und Funktionen | |
Wälder stellen vielfältige Funktionen für Ökologie, Ökonomie und Erholung bereit und werden häufig als grüne Lunge genannt. Historisch betrachtet haben die Wälder global, insbesondere aber in dem dichtbesiedeltem Mitteleuropa, einen starken Wandel bezüglich ihrer Nutzung und Ausprägung erlebt.
Siehe auch Hauptartikel: Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
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Laubwald mit umgestürztem Baum
Weltweit treten Wälder als Vegetationsformation natürlicherweise in Gebieten mit einer (je nach Temperatur) bestimmten minimalen Niederschlagsmenge auf.
Fällt weniger Niederschlag, geht der Wald in eine Savanne oder Steppe über. Das Gleiche gilt für Höhenlagen, die je nach den örtlichen Gegebenheiten ab einer bestimmten Höhe eine natürliche Waldgrenze aufweisen, oberhalb derer kein Wald mehr wachsen kann. Daneben spielen bestimmte Tiere, zu dem Beispiel Elefanten eine wichtige Rolle, da sie dafür sorgen, das beispielsweise Feuchtsavannen als offene Landschaften erhalten bleiben.
Innerhalb der thermischen Zonen (tropisch, meridional /austral , nemoral , boreal , arktisch/antarktisch) bilden sich je nach Humiditätsgrad (humid, semihumid, semiarid, arid) und Jahreszeit der Niederschläge verschiedene Waldformationen beziehungsweise Steppen, Halbwüsten, Wüsten und Tundren beziehungsweise Hochgebirgsvegetationen aus.
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Nicht nach den Pflanzengesellschaften oder dem vorherrschendem Klima, sondern danach, ob der Wald wirtschaftlich genutzt wird oder nicht, kann man den Wald unterscheiden in nicht genutzen Urwald, der sich wiederum unterscheiden lässt in:
- Primärwald
- Sekundärwald
- und die bewirtschafteten Forsten.
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Diese lassen sich wiederum in verschieden Formen der Bewirtschaftung einteilen, obwohl, aufgrund der Forstwirtschaft des 19. Jahrhunderts, die meisten Menschen ca. noch Hochwälder vor Augen haben:
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Ökologisch lässt sich auch eine Einteilung nach Sukzessionsstadien vornehmen: das Mosaik-Zyklus-Konzept beschreibt die Formen der potentiell natürlichen Waldentwicklung. Auch die durch menschliche Nutzung eingestellten Bestandesformen lassen sich in natürlich vorkommende Sukzessionsstadien einordnen.
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Die ausgedehntesten Waldgebiete der Erde sind die tropischen Regenwälder um den Äquator und die borealen Wälder der kalten bis gemäßigten Gebiete der Nordhalbkugel (Sibirien, Kanada).
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Die Waldfläche in Deutschland beträgt etwa 30 %, das sind ungefähr 10,7 Millionen Hektar, davon sind etwa 70 Prozent Staats- oder Gemeindewald und 30 Prozent Privatwald. Dieser vergleichsweise hohe Waldanteil ist den Aufforstungsbemühungen hauptsächlich des 19. Jahrhunderts zu verdanken. In dem Vergleich dazu sind 25 Prozent der Siedlungsfläche zuzurechnen, davon sind 50 Prozent vollständig versiegelt (täglich um 129 ha zunehmend).
Deutschland ist damit dennoch wieder eines der waldreichsten Länder in der EU. Dies gelang unter anderem durch die Entwicklung der Forstwirtschaft.
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In Österreich beträgt die Waldfläche etwa 47 %. Zwei Drittel sind auch nach den letzten Waldinventuren intakt. Probleme bilden ca. die Schutzwälder. Es wächst auch um 30 Prozent mehr Holz nach als verbraucht wird oder durch Windbruch oder Wildverbiss geschädigt wird. Nicht ca. durch Aufforstungen, sondern auch durch Stilllegungen von landwirtschaftlichen Flächen erobert der Wald wieder Gebiete zurück. Da teure Holzbringung in dem Wettbewerb zu billigeren Importen stehen, wird häufig das Holz in dem Wald nicht geschlagen.
Größter Waldeigentümer sind die österreichischen Bundesforste . Der waldreichste Bezirk in Österreich ist der Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich, der an die 80 Prozent Waldfläche aufweist. Der Hauptteil ist Nadelwald, wobei die Fichte über 50 Prozent aller Baumarten ausmacht. An zweiter Stelle steht die Buche mit 10 %, alle anderen Baumarten sind weit seltener. Das Bundesland Steiermark besitzt die größte Waldfläche Österreichs.
(siehe: Bundesamt und Forschungszentrum für Wald (http://bfw.ac.at/050/1952.html))
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Schottland wurde ebenfalls in früherer Zeit fast völlig entwaldet, jedoch wurden dort kaum Anstrengungen unternommen den so genannten Kaledonischen Wald , der heute ca. noch in kümmerlichen Resten existiert, wiederaufzuforsten.
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Durch die vielfältigen Funktionen des Waldes kommt es bei Bewirtschaftung und sonstigen Nutzungen zu Konflikten zwischen verschiedenen Interessengruppen.
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Manche Förster und Jäger argumentieren, zu hohe Wilddichten würde dem Wald nicht ca. als Wirtschaftsgut schaden, sondern auch die natürliche Verjüngung des Waldes durch den selektiven Verbiss des Wildes, und damit eine naturnahen Entwicklung, behindern (siehe auch: "Jeden Tag Krieg im Forst (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,300936,00.html) - Forstmann Georg Meister über die Rehwildplage, seinen Kampf gegen die Jagdlobby und den schwierigen Weg vom Holzacker zu dem Ökowald").
Hirsche, Rehe und Feldhasen verbeißen den Jungwuchs, so dass man umzäunen muss, damit neue Bäume in großer Zahl und geradem Wuchs heranwachsen können (seien es gepflanzte oder die Etablierung der Naturverjüngung). Gerade Baumarten, die selten sind, werden als "Spezialität" besonders stark verbissen.
Pflanzen, die in Baumschulen zur Wuchsbeschleunigung gedüngt wurden, ziehen die Wildtiere besonders stark an (höhere Stärkeeinlagerung und höherer Zuckergehalt in dem Saft in den ersten Jahren nach der Auspflanzung, damit ein höherer Nährwert). Zusätzlich ist unabhängig von der Düngung einfach ein anderer Geschmack zu vermuten - sofern die angepflanzten Baumarten überhaupt in dem bezeichnenswerten Umfang "wild" vorkommen (rein aus Kostengründen erfolgt die teure Pflanzung häufig ca. noch zur Anreicherung der Bestände mit dort nicht vorhandenen Laubbaumarten - damit diese sich in einigen Jahrzehnten verjüngen. Fichte, Kiefer und Lärche sähen sich häufig genug von selbst).
Gegen die von allen Seiten häufig geäußerte Vermutung des bevorzugten Verbisses von Baumschulpflanzen sprechen - unter der Annahme, dass Wildlinge einen ca. unbedeutenden Anteil am Pflanzgut einnehmen - nach AFZ 9/2004, S. 459 die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 1990 in Rheinland-Pfalz: "Die Verbisssituation ist in Naturverjüngungsflächen noch unbefriedigender als in Kunstverjüngungen (Pflanzungen)." Hier dürfte die Pflanzengröße einen entscheidenden Faktor darstellen: der verbissene Anteil von Bäumen in Größen unterhalb der üblichen Pflanzsortimente ist erheblich größer.
Erst die Entwicklung der Forstbaumschulen ermöglichte den großflächigen Anbau von anderen Baumarten als Kiefer und Fichte.
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Ob dieser Wildverbiss ökologisch schädlich ist oder nicht, ist umstritten. Unbestritten ist allein, dass Wald, Wild und Verbiss in erträglichem Umfang zusammengehören, und Abweidung und - der für Baumarten mit kleinen Anteilen eher Regel als Ausnahme darstellende - Totalverbiss zu langfristiger Artenverarmung und zu wirtschaftlichen Schäden) führen.
Die so genannte Megaherbivorentheorie geht davon aus, dass erst durch Wildverbiss durch große Pflanzenfresser (Megaherbivoren) eine mosaikartige Landschaft entsteht, die eine hohe Artenvielfalt ermöglicht. Die Megaherbivorentheorie geht davon aus, dass die in Mitteleuropa ausgestorbenen Megacarnivoren, also große Fleischfresser die Anzahl der Pfanzenfresser auf einem Niveau halten würden, dass es weder zur totalen Waldvernichtung, noch zu eintönigen Buchenwäldern kommen würde, sondern die Wälder einem stetigen Kreislauf aus entstehen, wachsen, altern und absterben unterworfen wären. Letztes Stadium vor dem langsamem Auflichten, bevor der Wald dann langsam wieder verschwindet, wäre der artenreiche Hutewald.
Zu den Megaherbivoren fehlen in unserer Kulturlandschaft bisher noch die Megacarnivoren, die in dem Gegensatz zu ihren Beutetieren wesentlich höhere Ansprüche stellen. Erfolge diese wieder anzusiedeln gibt es aber bereits. Vor allem der Luchs, aber auch der Wolf (in Sachsen) und der Braunbär (in Österreich) sind bereits wieder Teil unserer Waldfauna.
Über die Dichte von Megaherbivoren in früheren Zeiten gibt es fast keine Daten, lediglich Vermutungen. Forstwirtschaftlich wie ökologisch vorteilhafte, dauerwaldartige Strukturen sind ohne scharfe Bejagung der Megaherbivoren nach Meinung traditioneller Jägdverbände nicht zu etablieren. Je höher die Schalenwilddichte (von Wildschweinen abgesehen), desto ärmer ist die Waldflora - was reine Trophäenjäger nicht interessiert. Häufig hat selbst die in dem Vergleich zu anderen Baumarten (sofern vorhanden) praktisch nicht verbissene Fichte, die auf den meisten Standorten, auf denen sie heute nach künstlicher Ansiedelung wächst, Probleme sich zu verjüngen.
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Historische Nutzungsformen | |
Der sehr wertvolle und früher in Heidelandschaften häufige Wacholder dagegen wurde zu dem Beispiel durch die naturnahe Forstwirschaft fast ausgerottet. Fraglich ist dabei der Bezugszeitraum: als Lichtbaumart kleiner Wuchspotenz kann sie sich ca. auf Magerstandorten "durchsetzen", die sogar die Kiefer vor Probleme stellt. Diese Standorte entstanden in nenneswertem Umfang erst durch Zerstörung von Wald und Boden durch den Menschen - häufig viele Jahrhunderte vor Entwicklung der Forstwirtschaft.
Zu einer vollständigen Artenausstattung von Klimaxwaldgesellschaften bedarf es Jahrhunderte ununterbrochener Bestockung. Einzelne Flechtenarten reagieren aufgrund eines sehr kleinen Ausbreitungspotentials bei gleichzeitiger Gebundenheit an Altbäume extrem empfindlich auf eine Störung des Klimaxzustandes.
Hutewälder sind eine historische, landwirtschaftliche Form der Waldnutzung. Nach traditioneller Meinung sei das dem "Wald" wenig förderlich. Bis in die achtziger Jahre war man einhellig der Meinung, dass der relativ artenarme Buchenwald die potenziell natürliche Vegetationsform in dem überwiegenden Teil Mitteleuropas sei. Seitdem haben aber andere Meinungen zunehmend an Boden gewonnen. Vor allem praktische Versuche, zu dem Beispiel in dem niederländischen Naturentwicklungsgebiet Oostvaardersplassen (einem erst in den 1970ern dem Meer abgerungenem Land), aber auch in von Naturschutzverbänden betreuten Hutewaldprojekten kommen zu völlig anderen Ergebnissen.
Siehe auch:
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Da hier einige Sichtweisen aufeinanderprallen, in dem Artikel selbst aber nicht diskutiert werden sollte, sei ausdrücklich auf die Diskussion:Wald verwiesen.
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